Nachdem die Schweizerische Nationalbank (SNB) den EUR-Mindestkurs im Januar 2015 aufgehoben hatte, kamen durch die Frankenstärke viele KMUs margenmässig in Bedrängnis. Dank umfangreichen Käufen von EUR und USD hat die SNB eine weitergehende Aufwertung des CHF verhindert und so für viele KMUs eine kalkulierbare Basis für den Export ihrer Produkte und Dienstleistungen ermöglicht.

Neuste Artikel in Fachzeitschriften gehen aber bereits davon aus, dass Schweizer Unternehmen auch mit einer weiteren Frankenaufwertung klarkommen würden. 

Was, wenn Ihr Unternehmen mit einer grösseren Frankenaufwertung in Schieflage geraten würde?  

Falls Einkäufe und/oder Verkäufe mit der Gegenpartei nicht in Schweizer Franken vereinbart werden können, gibt es verschiedene Möglichkeiten, sich vor ungewollten Währungsschwankungen zu schützen.

Eine einfache Variante dies zu verhindern, sind im vornherein fest definierte Devisenkäufe (z.B. Kauf von EUR oder USD zum aktuellen Marktkurs aber mit Erfüllungsdatum/Valuta in der Zukunft, sprich in Abstimmung mit der Waren- oder Maschinenlieferung) oder Devisenverkäufe (z.B. Verkauf von EUR oder USD zum aktuellen Marktkurs aber mit Erfüllungsdatum/Valuta in der Zukunft, sprich in Abstimmung mit dem Waren- oder Maschinenverkauf). Diese Variante ist verhältnismässig kostengünstig und einfach nachzuvollziehen; mögliche Kursverluste aber auch Kursgewinne werden neutralisiert. 

Eine weitere Variante der Absicherung von Währungsschwankungen sind der Kauf einer Call-Option (Recht zum Kaufen einer Währung z.B. EUR oder USD) oder der Kauf einer Put-Option (Recht zum Verkaufen einer Währung z.B. EUR oder USD). Hier zahlt der Käufer eine Prämie analog einer Vollkaskoversicherung bei Fahrzeugen, profitiert aber weiterhin von möglichen Kursveränderungen, sprich günstigeren Wechselkursen beim Einkauf oder höheren Wechselkursen beim Verkauf.

Auf jeden Fall empfehlen wir die Situation strategisch zu besprechen und mit einer Fachperson (z.B. Bank- oder Finanzberater) die verschiedenen Möglichkeiten zu analysieren und nach Auflistung der jeweiligen Vor- und Nachteile eine Entscheidung zu treffen. Zudem ist es wichtig, die Devisenmargen der Banken zu verhandeln und fix festzulegen.

Eine klar definierte (Währungs-)Strategie schafft kalkulierbare Risiken und stabilisiert als Folge die Erträge Ihres Unternehmens.

 

Hubert Häusler
CEO
Axessa Finanz AG, Unterägeri

 

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