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Cancel Culture, Gendern, Gesetzesverschärfungen gegen Medien durch den Nationalrat, Anti-Terror-Gesetze gegen 12jährige, CO2- und Veganismus-Meinungsterror, Pandemie-Missmanagement, Rahmenabkommen-Erpressung, Friday-for-Future-Reload, Dubler Mohrenköpfe und noch ein paar weitere Begriffe, rumoren mir im Kopf herum. Das klingt so wahllos aneinander gereiht ziemlich wirr. Aber es gibt dazu einen Oberbegriff. Und dieser heisst: Freiheit.

Darf man sich die vermeintliche Freiheit herausnehmen, jemand mundtot zu machen und ihre Karriere zu beenden, nur weil diese Person eine andere Haltung zu bestimmten Themen hat und diese kundtut? Ich rede dabei nicht von der «Man-darf-doch-wohl-noch-sagen»-Attitüde. Sondern von einer Haltung, die intellektuell anständig vertreten und gestern noch normativ akzeptiert wurde.

Muss ein Käs-Lädeli Dubler Mohrenköpfe aus dem Sortiment nehmen, weil ein paar Kunden Amok laufen? Muss man Kindern indoktrinierend beibringen, wie man richtig gendert und sei es auf Kosten der Sprachkultur? Gibt es Gewissensfreiheit, Meinungsfreiheit, Reisefreiheit, Pressefreiheit, Forschungs- und Veröffentlichungsfreiheit nur noch für diejenigen, welche die Befindlichkeitsexegese richtig bewirtschaften? Ist das unsere Freiheit?

Wenn der Nannystaat noch mehr in den freien Markt und ins Wirtschaftsleben eingreift, sind die nächsten Katastrophen garantiert. Denn der Nannystaat kann im besten Fall verwalten, aber keine Krise stemmen. Siehe BAG: Jährliche Antiraucher und Anti-HIV Kampagnen konnte man im Beamtenmodus hinbekommen. Eine Pandemie, sprich Krise, zu managen, hat die Behörde überfordert.

Das Backpulver der Moralisierung ist heute CO2. Das geht soweit, dass dieses Mantra sogar beim Kinderbekommen geleiert wird: Kinder auf die Welt zu bringen, sollte man unterlassen, um die CO2 Bilanz zu verbessern.

Ich will hier keine Lösung skizzieren, aber ich will, dass wir ganz kurz über das Thema Freiheit nachdenken: Sie ist ein kostbarstes Gut. Aus Freiheit resultiert Selbstverantwortung. Die persönliche Verantwortung ist eine permanente Herausforderung an unseren Mut, unseren Intellekt und unser Herz. Aber die Verantwortung braucht die Freiheit um die besten Lösungen zu entwickeln. Schränken wir diese Freiheit ein, weil wir zu viel Furcht vor der Verantwortung und vor den Gesinnungsideologen haben, werden wir kleinmütig. Und auf diesem Weg sind wir leider.

 

Autor: Riccarda Mecklenburg, BoardFinder-Mitglied, Präsidentin Verband Frauenunternehmen, Founder CrowdConsul.ch
Diese Kolumne ist am 27. Mai 2021 in der Handelszeitung erschienen.